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Das Phänomen Trainingsweltmeister

Im Training top, im Wettkampf...

Misserfolg, Nervosität, Enttäuschung, Motivationstief, Unzufriedenheit, Angst, Schuldgefühle, Unsicherheit, Frustration, Niederlage, Erwartung, Selbstzweifel, Leistung

Der Wettkampf ist mit dem Training nur selten vergleichbar. Diese (oft bittere) Erkenntnis machen die meisten Sportler im Laufe ihrer Karriere. Wenn es darauf ankommt können viele ihr Leistungspotential nicht oder nicht voll ausschöpfen. In diesem Zusammenhang spricht man in Sportlerkreisen oft vom sogenannten "Trainingsweltmeister".

 

Als Trainingsweltmeister werden Athleten bezeichnet die es nicht schaffen ihre guten Trainingsleistungen auch im Wettkampf zu erbringen. Das Problem des Leistungsabfalls in der Drucksituation kommt in allen Sportarten und auf allen Leistungsniveaus vor und kann häufig nicht ohne Hilfe bewältigt werden.

 

Dem Problem liegen verschiedene Ursachen zugrunde die allesamt im psychologischen Bereich anzusiedeln sind. Am häufigsten sind Selbstzweifel, Ängste und damit verbundene negative Denkspiralen schuld an der Misere.

 

"Ganz allgemein kann man von Befunden ausgehen, die darauf hinweisen,
dass sogenannte
Trainingsweltmeister die Wettkampfsituation eher als bedrohlich
denn als anregend
erleben." (Marahrens L.; Keil J. 2005)

Warum aber wird der Wettkampf als Bedrohung erlebt?

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Athleten die im Wettkampf grundsätzlich schlechtere Leistungen bringen als im Training kämpfen oft nicht für sich, sondern in erster Linie weil sie andere Menschen zufriedenstellen wollen. Sie hegen oftmals einen großen Wunsch nach Bestätigung, Bindung, Anerkennung und Geborgenheit. Bei Niederlagen entwickeln sie schnell Versagensängste.

 

Im Training zeigen diese Personen oft großen Ehrgeiz und hohe Einsatzbereitschaft, da sie sich in diesem Kontext sicher fühlen. Misserfolge und schwache Leistungen können korrigiert werden, negative soziale Konsequenzen sind nicht zu befürchten.

 

Die Wettkampfsituation ist hingegen nur zum Teil planbar. Der Athlet ist gewissermaßen auf sich allein gestellt was Gefühle der Unsicherheit und Selbstzweifel nach sich ziehen kann.

Du bist was du denkst!

Gedanken, Scham, Schuldgefühle, Wettkampf

"Egal ob du glaubst, dass du etwas kannst oder ob du glaubst etwas nicht zu können -
Du hast immer recht!"
(Henry Ford)

 

Ganz im Sinne der sich selbst erfüllenden Prophezeiung kann die Rolle des Trainingsweltmeisters, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg besteht, zu einem gravierenden Problem für den Sportler werden. Es kommt zu Angst sowie ausgeprägten Scham - und Schuldgefühlen die nach und nach zu einer Abneigung gegen den Wettkampf führen.

 

Der Athlet fürchtet sich ständig davor, die gute Trainingsleistung nicht abrufen zu können. Durch diese negative Einstellung erhöht sich wiederum die Gefahr von Misserfolgserlebnissen. Ein Kreis den es zu durchbrechen gilt.

 

Der sprichwörtliche Knopf muss aufgehen

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Athleten die ihr Leistungspotential im Wettkampf nicht ausschöpfen können sollten sich in einem ersten Handlugsschritt mit folgenden Anregungen auseinandersetzen:

 

  • Werde dir über deine Ziele klar und stelle sie in den Vordergrund.
    Was bedeutet dieser Wettkampf für mich? Welche Gedanken und Vorstellungen belasten mich, welche spornen mich an?

  • Kämpfe nicht in erster Linie um es anderen recht zu machen.
    Welche Bedürfnisse und Wünsche habe ich? Wie kann ich sie am besten erfüllen?

  • Erkenne deine Ängste aber mache dir auch deine Stärken bewusst.

  • Reflektiere über dein sportliches und soziales Umfeld.
    Wie wichtig ist mir die Anwesenheit bestimmter Personen am Wettkampftag?
    Kann ich mich gedanklich von den Erwartungen dieser Menschen lösen?


  • Akzeptiere Niederlagen als das was sie sind:
    Chancen sich zu verbessern und weiterzuentwickeln!

Fazit

Im mentalen Coaching geht es, unabhängig von den verschiedenen Ursachen, die dem Problem zugrunde liegen darum, gemeinsam die individuellen Auslöser leistungshemmender Blockaden zu finden. Sind die Ursachen erst einmal geklärt, können sie durch wirksame sportpsychologische Maßnahmen überwunden werden. Die Fähigkeit zur individuellen Höchstleistung ist dadurch auch im Wettkampf gegeben.

 

 

 

 

Quellen:

  • Baumann, S. (2013). Der Trainingsweltmeister - Was tun? BayernTurner  (S.18-19).
  • Marahrens, L. & Keil, J. (2004). Trainingsweltmeister - Eine Phänomenanalyse aus der Erlebensperspektive betroffener Leistungssportler. Psychologie und Sport: Zeitschrift für Sportpsychologie, (11/3), 112-120.
  • http://www.netzathleten.de/lifestyle/body-soul/item/633-trainingsweltmeister-leistungsabfall-im-wettkampf
  • http://bestleistung.com/deine-gruende/trainingsweltmeister/
  • http://www.sportmentalblog.com/das-phaenomen-trainingsweltmeister/