Herz oder Verstand?

„Obwohl der Verstand mir zeigt was besser ist, bin ich gezwungen dem zu folgen was schlechter ist.“

Dieses Zitat aus dem Roman „Das Spinoza-Problem“ vom großen Psychoanalytiker Irvin D. Yalom hat mich gewaltig fasziniert. Niemand hat den Kampf zwischen Kopf und Herz so treffend beschrieben. Dieser Kampf findet Tag für Tag in uns allen statt auch dann (nein, gerade dann!) wenn wir es gar nicht bemerken.

Da ist das was wir glauben zu wissen und zu verstehen. Das was man beleuchten, berechnen und analysieren kann. Und dann gibt es etwas, das man nicht so leicht „zu fassen“ kriegt. Wir nennen es das Bauchgefühl, die Intuition oder „das was das Herz sagt“. 

Warum sieht sich Baruch de Spinoza aus dem oben genannten Roman gezwungen, falsche Entscheidungen zu treffen obwohl er es doch besser wüsste? Warum rauchen, trinken, shoppen, scrollen wir zu viel obwohl wir es gar nicht wollen und natürlich auch besser wüssten? Weil der Verstand am Ende nix zu melden hat. Weil es da eine Leere in uns gibt, die wir durch Konsum und Sucht zu füllen versuchen. Ein Bedürfnis, das danach schreit endlich gesehen, gefühlt und erfüllt zu werden. 

Wir Menschen sind geprägt von dem was die Hypnotherapie „das Unbewusste“ nennt. Dieses Unbewusste arbeitet in unserem Sinne. Es möchte uns schützen. Es schickt Alpträume, die uns Themen aufzeigen, welche wir nicht verarbeitet haben. Es lenkt und leitet uns immerzu. Und ja, es beeinflusst auch den Körper sowie Symptome und Krankheiten die er entwickelt. Oder auch nicht entwickelt. Wenn wir uns trauen eine Verbindung zu diesen Teilen in uns herzustellen. Uns an einen Tisch mit ihnen zu setzen und einfach zuzuhören.

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